Der Winter ist in Österreich und Deutschland noch nicht zu Ende, auch wenn die paar Tage Sonnenschein und beinahe 10°C plus kurzfristig den Eindruck erweckt haben. Und wie es nun mal oft in den kalten Monaten so ist, hustet und schnupft ein großer Teil der Bevölkerung vor sich hin. Im selben Atemzug sind Werbeblöcke der TV Sender und Radios auch voll von diversen Werbungen für Pharmazeutika gegen Husten, Schnupfen, Kopf und Gliederschmerzen.

Natürlich sinnvoll die Werbung auf aktuelle Jahreszeiten und Begebenheiten anzupassen. Wer möchte denn auch Werbung von Weihnachtsmärkten im Juli sehen oder hören. Also aus dieser Sicht – TOP – alles richtig gemacht. Wäre da nicht ein Beigeschmack der Werbungen, welche mich immer stärker den Kopf schütteln lassen.

Wir wissen heutzutage umso besser, dass ein Verschleppen von Verkühlungen, Schnupfen und Co nicht nur die eigene Belastbarkeit beeinträchtigt, sondern auch massive Probleme mit sich führen kann. Da hätten wir zum Einen natürlich die erhöhte, pausenlose Ansteckungsgefahr von Arbeitskollegen / Mitstudenten und -schüler / Kunden, usw. und zum Anderen ein persönliches gesundheitliches Risiko. Ein verschleppter Schnupfen kann sehr schnell – durch das bereits angeschlagene Immunsystem zu einer echten Grippe oder einer Lungenentzündung führen und diese wiederum hinterlassen Spuren auf Lunge und Herz – für immer!
Ist es also unter dieser Betrachtung wirklich ratsam, eine Verkühlung auf die leichte Schulter zu nehmen und trotzdem zu arbeiten / zur Schule zu gehen und das Risiko einzugehen, nachträglich weitaus länger und intensiver flach zu liegen? (Anmerkung am Rande: Ich spreche leider aus persönlicher eigener Erfahrung)

Ich kling hier gerade wie ein Moralapostel, doch überlegt man an dieser Stelle weiter im wirtschaftlichen Sektor. Da haben wir einen Angestellten, der verschnupft ins Büro kommt. Er (stellvertretend für alle AngestelltInnen) kann nicht die Leistung wie sonst erbringen, steckt womöglich auch noch andere Kollegen an und fällt mir unter Umständen in einer Woche nicht nur für ein paar Tage aus, sondern dann gleich für zwei Wochen. Bringt also – unterm Strich – auch dem Unternehmen keinen Mehrwert. Und sind wir uns mal ehrlich, in den seltesten Fällen ist ein Unternehmen so derartig von einzelnen Personen abhängig, dass man sich nicht um seine eigene Gesundheit kümmern könnte.

Aber zurück nun zur Werbung, wo jetzt geklärt, dass derartiges Vorgehen eigentlich schwachsinnig ist. Sieht man sich nun zwei große Vertreter der Pharmaindustrie an und deren Werbung, merkt man schnell, dass die Botschaft eine völlig andere ist.

An dieser Stelle bitte nochmals die oben genannten Ausführungen ins Gedächtnis rufen. Wem glaubt man jetzt also? Der lieben Werbung, die doch meistens recht hat oder dem eigenen Hausverstand? (Nein, nicht jener von BILLA)

Und bevor hier jetzt Selbstständige den Zeigefinger erheben oder die Ansage kommt: “Krank ist nicht gleich krank.” gleich vorweg, ich weiß. 😉
Natürlich gibt es immer die Grauzone. Auch ich bin schon mit dickem Hals (nicht durch Ärgernis) im Büro gewesen, da eine wichtige Woche am Plan stand. Doch sobald aus dem Halsweh und -kratzen etwas mehr geworden wäre, wäre mir auch die Terminplanung in der Arbeit egal gewesen. Natürlich hat man ein Pflichtbewusstsein und möchte so wenig wie möglich ausfallen, vor allem in Zeiten wie diesen, wo eine sichere Arbeitsstelle auch von den Krankheitstagen abhängt. Aber nicht um jeden Preis. Immer daran denken, niemanden bringt es etwas, wenn man dafür mit 40 eine Herzmuskelentzündung hat und unter Umständen nur noch die Radieschen von unten sieht.

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