Unproduktiv

Spoileralarm, ob man will oder nicht

In der heutigen Zeit, in der man nur so von Informationen erschlagen wird, ist es tatsächlich etwas schwierig, eine Neuigkeit nicht zu erhalten. Handelt es sich dabei jetzt um wirklich wichtige internationale Ereignisse, ist es durchaus auch gewünscht und gut so. Radio, TV, Social Media, Zeitung und Co tragen ihren Teil dazu bei. Und den Löwenanteil übernehmen hier auch Social Media Netzwerke wie, Facebook, Twitter, WhatsApp und Co.

Neben den internationalen, wichtigen Ereignissen gibt es da allerdings noch die Freizeit und meist daraus resultierende Hypes. Spiele, Bücher, Filme und TV Serien um nur ein paar der Beispiele zu nennen. So ein Paradox der Medienwirkung ist innerhalb der Kommunikationswissenschaftler nichts Neues und auch ein interessantes Phänomen. Ich denke jeder hat es schon mehrfach erlebt, entweder am eigenen Leib oder zumindest beobachten können. Doch in diesem Fall geht es tatsächlich um ungewolltes einprasseln von Informationen, bevor man sich selbst mit dem Thema beschäftigen konnte / möchte – sogenannte Spoiler. In den Weltnachrichten wohl nicht ganz so verbreitet, wie in der Freizeit.

Man sieht sich also eine Serie an, sieht einen Film oder liest ein Buch und fiebert natürlich mit seinen Lieblingshelden mit und swupp – Film aus, Staffel oder Episode aus,  Buch aus – warten auf die Fortsetzung. Nun kann es aber sein, dass man just zum Zeitpunkt der Fortsetzung nicht sofort alles stehen und liegen lassen kann zum Lesen, Sehen etc., sondern sich um ein paar Tage / Wochen gedulden muss oder auch möchte – aus diversesten Gründen. Und jetzt kommt der wirklich schwierige Teil an der Sache: Einstweilen NICHT gespoilert zu werden!!

Ja klar, man könnte jetzt sagen “lies halt die Beiträge nicht” oder “klick halt die Spoilerbeiträge nicht an” – schon richtig. Was allerdings machen mit Konversationen in der Ubahn? Was machen mit Vorschaubildern und Texten auf diversen Social Media News-/Feedwalls? Muss ich mich tatsächlich zum Enuiten machen, um nicht innerhalb der ersten Tage des Films, des Buchs, der Serie schon vollständig gespoilert zu werden?

Nicht falsch verstehen, ich spreche auch nicht darüber, dass man nach Monaten oder gar Jahren noch immer nichts über einen Film oder ein Buch verraten darf. Aber auf der anderen Seite… warum muss eine dramatische Wendung in einem Medium gleich in die ganze Welt posaunt werden? Vor allem wenn sie essentiell ist für die Geschichte?

Bestes Beispiel, der Kinoschlager “Sixth Sense” aus dem Jahre 1999. Ein Film der darauf aufbaut, dass innerhalb der letzten ca. 30 Minuten von gesamt ca. 110Minunten, erst der große Knall kommt und man den Film versteht. Diese letzten 30 Minuten sind essentiell und jeder, der diesen Plot-twist im Vorhinein kennt, macht sich schlicht und ergreifend die gesamten 110min kaputt. Wenn man das Ende kennt und sonst nichts von dem Film, braucht man ihn sich – meiner Meinung nach – tatsächlich nicht mehr ansehen. Knappe 2 Stunden des Lebens gespart…. und um einen guten Film betrogen …
Zum Glück gab es damals noch kein Social Media, dafür Freundeskreise die einen ebenso brühwarm erzählten “also damit hatte ich ja nicht gerechnet, dass …. ” (Anmerkung: Achtung, sowas kann tatsächlich Freundschaften zerstören oder zumindest auf eine SEHR harte Probe stellen)

Nun bin ich also ebenso ein begeisterter Game of Thrones Zuseher und auch Leser… und wie ihr schon vermutet, ist es echt nicht einfach. Vor allem, wenn man nicht einmal die Woche die Zeit, Geduld, Voraussetzungen und Muse hat, sich eine Folge nach der anderen anzusehen, sondern lieber gemeinsam mit der Partnerin auf der Couch sich Staffel für Staffel reinziehen will. Bedeutet also, wir müssen uns in Geduld üben, bis die aktuellste Staffel auf DVD / Blue-Ray erschienen ist. Angesichts des Hypes um GoT ist es beinahe fast schon ein Spießrutenlauf um aktuellen Informationen, Bildern etc. aus dem Weg zu gehen.

Da frag ich mich doch also – warum gönnen viele einem nicht mehr die Möglichkeit etwas selbst zu “erfahren”? Oder ist es gar von Vielen gewollt, alles vorgekaut zu bekommen?

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Mid 30’s Designer, Web developer & Project Manager, Writer, Pseudo-Journalist, Biker, Cat Lover, Constructional engineer, Apple Fanboy, Viennese – living in Vienna after 5 years living in Munich

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