At some point in our lifetime, gay marriage won’t be an issue, and everyone who stood against this civil right will look as outdated as George Wallace standing on the school steps keeping James Hood from entering the University of Alabama because he was black.
— George Clooney

Ich möchte an dieser Stelle meine persönliche Definition anstreben. Vor dem Gesetz geht es darum alle Bürgerinnen und Bürger auf derselben Augenhöhe, mit demselben Respekt und mit denselben Rechten und Pflichten zu begegnen. Meistens geht es auch um eine durch Einschränkungen unterworfene Minderheit oder anderweitig benachteiligte Menschengruppe, die nichts anderes möchte als diese Benachteiligung aus der Welt zu schaffen und die „gleiche“ Behandlung die ihnen im Grunde auf Basis der Gesetzgebung und der Menschenrechte einfach ohnehin zustünde und in so gut wie allen Fällen nur durch illusorische, mittlerweile überalterte und weltfremde Barrieren nicht erhält.

Es hat einen speziellen Grund warum ich auf diese Definition ausgerechnet jetzt so poche. Bei uns in Österreich findet gerade eine Bürgerinitiative statt, die eine der letzten Barrikaden bei der Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eventuell niederzureißen vermag. Es kann nicht angehen, dass die schwer christliche und erzkonservative USA sich in die Vorreiterstellung begibt und unsere verschlafene Alpenrepublik wiedermal tatenlos zusieht und wunderbar ihrer Doppelmoral und Zweizüngigkeit frönt. Wo ist all die Toleranz mit den Ampelmännchen, dem Songcontest und Frau Conchita abgeblieben? Aus den Medien, aus dem Sinn? So geht das meiner Meinung nach nicht. Nur wenn man sich darüberhinaus um wichtige Angelegenheiten kümmert, kann man gemeinsam etwas erreichen. Darum in die Hände gespuckt und die Initiative unter ehe-gleich.at unterschrieben! Einfach auf die Seite gehen, runterscrollen, den großen roten Knopf dort drücken, seine Daten und E-Mail-Adresse angeben. Danach kurz die E-Mail, die man erhält, bestätigen und fertig ist die gute Tat. Kostet keine fünf Minuten und sollte in der heutigen Zeit das selbstverständlichste der Welt sein.

Bevor hier in den Kommentaren die Totschlagargumente auftauchen. Die Ehe hat rein rechtlich (und darum geht es hier) per se nichts mit der Kirche zu tun. Es handelt sich in diesem Fall um einen Rechtsbegriff, der eine grundsätzliche Rechtssicherheit bietet. Das Ganze geht von einer grundsätzlichen Sicherheit etwa in Erbschaftssachen bis hin zu diversen Regelungen im Steuerrecht und stellt sicher, dass eine Schlechterstellung auf Grund der „nur“ eingetragenen Partnerschaft ausgeschlossen wird. Wer da die genauen Zusammenhänge hören möchte, möge dies in den Kommentaren erfragen oder selbst unser gutes altes RIS (RechtsInformationsSystem ris.bka.gv.at) bedienen. Außerdem und das ist jetzt die Betrachtung aus der religiöseren bzw. gesellschaftlicheren Sicht, sollte jeder Mensch bzw. Priester selbst das Recht bekommen zu entscheiden, ob er ein Paar vor seinem persönlichen Glauben traut oder es eben sein lässt. Genauso wie ein Krämer grundsätzlich das Recht hat, sich auszusuchen mit wem er Geschäfte macht und mit wem er das lieber sein lässt.

Nachsatz für engstirnige Traditionalisten (andere würden sagen “Hinterwäldler”): Denkt mal darüber nach, kehrt vor eurer eigenen Tür und kommt verdammt nochmal im 21. Jahrhundert an. Sollte „die falsche Person“ bzw. „die richtige Person, mit der falschen Chromosom-Zusammensetzung“ zu lieben euer einziger „charakterliche Makel“ sein, seid ihr meiner Meinung nach auf der absolut richtigen Seite wenn ihr vor Justitia, oder an wen immer ihr glauben solltet, tretet. Denn unterm Strich bleibt Liebe eben vor allem eines: LIEBE. Egal welche menschliche Aufschrift man ihr verpasst und egal vor wem man sie rechtfertigt.

Unterschreiben: ehe-gleich.at

Rechtsinformationssystem: ris.bka.gv.at

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